Steinkugeln

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In mehreren Regionen der Erde existieren Steinkugeln. Diese sind jeweils mehr oder weniger rund und eben. Es werden abhängig vom Ort der Fundstellen verschiedene Entstehungsmöglichkeiten angenommen.

Vorkommen

Bosnien

Der bosnische Autor Ahmed Bosnić fand im Mai 2006 im Tal des Flusses Bosnia eine große Sammlung Steinkugeln, welche bereits seit einigen Jahren der örtlichen Bevölkerung bekannt sind und die über das gesamte Gebiet Bosniens verteilt sind. Die bisher bekannten Steinkugeln haben einen Durchmesser von rund 1,40 Metern. Man vermutet einen Zusammenhang mit den Erbauern der Pyramiden von Visoko.

Bild 1

Bild 2

Champ Island (Nahe dem Nordpol)

Auf Champ Island nahe dem Nordpol findet man heute zahlreiche Kugeln von Größen zwischen wenigen Zentimetern bis zu 2 Metern. Sie sind bisher die am gleichmäßigsten geformten Steinkugeln, die man entdeckt hat. Als Grund für die Entstehung werden chemische Prozesse vor Ort angenommen.

China

Beim Bau einer Straße in der Hunan-Provinz wurden ebenfalls zahlreiche Kugeln entdeckt. Leider haben nach der Entdeckung zahlreiche Anwohner die Kugeln gestohlen. Die Kugeln sind meist gar nicht rund, sondern ähneln eher der Erdform (abgeflacht).

Costa Rica

Auf der Karibikinsel Costa Rica fand man ebenfalls Steinkugeln in Größen von einigen 10 cm bis über 2 m. Das Gewicht der größten Kugeln wird auf etwa 7500 kg geschätzt. Die archäologische Untersuchung der Kugeln gestaltete sich schwierig, da viele offensichtlich nicht mehr am Fundort lagen (sondern z.B. als Dekoration verwendet wurden, oder durch Erosion bewegt wurden). Die Kugeln sind von deutlich sichtbar unterschiedlicher Rundheit, wobei die größten Exemplare die rundesten sind, so dass Versuche, die Genauigkeit der Form bei diesen Kugeln festzustellen, scheiterten. Kleinere Exemplare weichen um bis zu 5 Zentimeter von der perfekten Kugelform ab.

Die ersten Untersuchungen berichten von Anordnungen mehrerer Kugeln (Kreuze, Vierecke), in der Zwischenzeit wurden diese Kugeln jedoch bewegt, so dass Messungen an diesen Anordnungen nicht mehr widerholt werden können.

Funde von anderen Artefakten in der Nähe von unberührten Kugeln grenzen das Alter einiger Kugeln auf Werte zwischen 500 und 1500 Jahre ein.

Deutschland

Einzelne Funde in Deutschland weisen auf kleine Steinkugeln hin, die im Mittelalter als Kanonenkugeln verwendet wurden. Diese sind allesamt von Menschenhand erschaffen und haben im Durchschnitt einen Durchmesser von 9 cm.

Neuseeland

Die sogenannten Moeraki Boulders liegen verteilt an einem 40 km langen Küstenstreifen südlich von Oamaru. Den Eingeborenen Maori nach sollen diese Steinkugeln vom großen Kanu Araiteuru ins Meer gespült worden sein, als es versuchte an der Küste zu ankern.

Wissenschaftler erklären die Felsblöcke als Septarien, die sich vor ungefähr 65 Millionen Jahren gebildet haben. Kristallisierungen von Kalzium und Karbonaten um geladene Partikel in schlammigen Unterwassersedimenten formten nach und nach die Felsblöcke in einem Prozess, der vier Millionen Jahre dauerte. Der weiche Schlammstein, der die Felsblöcke umgab, wurde vor ungefähr 15 Millionen Jahren vom Meeresboden hochgehoben und die Meereserosion legte die erosionsresistenten Felsblöcke frei.

Quelle

Heute sind diese Kugeln ein beliebtes Ziel neuseeländischer Touristen.

Utah (USA)

Auch an einem Fluss in Utah soll es eine Vielzahl Steinkugeln geben.

Dagestan (Russland)

Bei Ajmaki (Zentraler Dagestan) wurden durch Sandstein umgebene, gleichmäßige Kalksteinkugeln in verschiedenen Größen entdeckt. Bild

Weblinks

Artikel, Bücher, Veröffentlichungen

Goldobjekte und riesige Steinkugeln - archäologische Souvenirs in Costa Rica. Das Altertum 47 (2002) 1, S. 65-89.

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Kanonenkugeln?

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