Saunière, Bérenger

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Bérenger François Saunière

11. April 1852 in Montazels - 17. Januar 1917 Rennes-le-Château

Karriere

Lebenslauf

Bérenger Saunière war der Sohn von Marguerite und Joseph Saunière und der älteste von sieben Geschwistern (darunter 3 Brüder und 3 Schwestern).

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Familie

Sein Vater war Bürgermeister von Montazels, Leiter eines Mühlenbetriebs und Verwalter des Schlosses des Marquis de Cazermajou, das dann von Monsieur de Bourzès übernommen wurde. Sein Bruder Alfred wurde Priester, sein Bruder Joseph starb mit 25 während des Medizinstudiums.

Ausbildung

Bérenger wird als ein respektloser, unabhängiger, fundamentalistischer, rebellischer, athletischer junger Mann beschrieben, der seine Schuljahre in der Schule St Louis in Limoux verbrachte.

1874 wurde Bérenger Saunière in das Große Seminar von Carcassonne aufgenommen. Drei Jahre später wurde er zum Priester geweiht und begann als Vikar in Alet-le-Bains. 1882 wurde er nach La Clat versetzt, danach als Professor an das Seminar von Narbonne berufen. Wegen Disziplinarvorfällen wurde Saunière allerdings zurückgestuft und - möglicherweise auf eigenen Wunsch - nach Rennes-le-Château versetzt, wo er am 1.Juni 1885 die Pfarrstelle übernahm.

Dorfpfarrer

Er hatte die damals 18-jährige Marie Dénarnaud aus einem nahegelegenen Dorf als Haushälterin, die ihre Arbeit als Hutmacherin aufgab, eingestellt und ihre Familie lebte im Pfarrhaus. Allerdings verstand er sich sehr schlecht mit Marie Dénarnauds Mutter.

Saumière neben der westgotischen Säule, in der die Pergamente gefunden worden sein sollen

Saunière gab sich offen antirepublikanisch (| Übersicht über die Artikel) und hielt vor den Wahlen im Oktober 1885 eine Predigt, die zu einem Eingreifen der Präfektur führte. Er wurde gezwungen die Pfarrstelle von Dezember 1885 bis Juli 1886 zu verlassen und wieder an das Seminar von Narbonne versetzt. Unter dem Druck der Gemeinde widerrief der Präfekt allerdings seine Entscheidung. Er erhielt eine Spende von 3000 Franc von Marie-Thérèse, Herzogin von Chambord, der Witwe eines Anwärters auf den französichen Königsthron.

Renovierung der Kirche

Er benutzte das Geld von 1891 an für die Renovierung der Kirche. Dabei sollen die berühmten Pergamente in einer aus westgotischer Zeit stammenden Säule (7. oder 8. Jahrhundert) des Altars entdeckt worden sein.

Gefunden hat sie der Glöckner Antoine Captier, der bei der Renovierung mithalf. Sein Sohn Barthélémy Captier, der auch bei Saunière Messdiener war, erinnert sich 1985, daß danach das große Geld zu fließen begann. Es wird vermutet, daß Saunière irgendetwas gefunden hat, was seinen späteren Reichtum begründet hat.

1890 wurde Saunière neben Rennes-le-Château nun auch noch Antugnac als Pfarrei zugewiesen, wo er jeden Sonntag die Messe las.

Später kam es zum Streit zwischen Saunière und Boudet, der seinem Freund einen für einen Priester unziemlichen Lebenswandel vorgeworfen hatte. Laut Boudet war Saunière kleinlich, kalt, berechnend und anmaßend geworden.

Noch mehr Ärger stand dem Pfarrer von Rennes-le-Château ins Haus: bei einem Besuch forderte der neue Bischof von Carcassonne, Monseigneur de Beauséjour, Rechenschaft über die Herkunft und Verwendung der Geldmittel Saunières. Saunière versuchte, eine Offenlegung seiner Einkünfte zu verhindern, indem er sich mehrfach krank meldete. Es folgten mehrere Täuschungsversuche, die der Bischof aber durchschaute. Saunière erklärte schließlich: alles gehöre seiner Haushälterin Marie Dénarnaud.

Amtsenthebung

1911 wurde Saunière seines Amtes enthoben (suspens ad divinis), weil er Messen verkauft haben soll. Er blieb aber in Rennes-le-Château. Sein Nachfolger Abbé Marty konnte sich nicht durchsetzen. Die Einwohner von Rennes-le-Château, denen Saunière all die Jahre hatte etwas zukommen lassen, besuchten die Messen, die Saunière in den Wintergarten der Villa Bethania abhielt. Dort hatte er einen kleinen Altar nach dem merowingischen Vorbild in der Dorfkirche aufgestellt. Allerdings versiegte der Geldfluss an Saunière unvermittelt. Der Pfarrer musste vieles aus seinem Privatbesitz verkaufen und seine Gesundheit soll stark gelitten haben.

Mitteilung über die Amtsenthebung

Ungeachtet dessen brachte Saunière seinen Fall im Vatikan zur Sprache und hatte Glück: 1914 gelangte mit Papst Benedikt XV. ein Förderer der Habsburger an die Macht und nahm die Politik seines Vor-Vorgängers wieder auf. Saunière wurde wieder als Pfarrer von Rennes-le-Château eingesetzt, musste aber als Buße eine Wallfahrt nach Lourdes unternehmen. Als er zurückkehrte, schwamm er erneut in Geld.

Saunière verzichtete nach dem Tod Boudets 1915 auf längere Wanderungen und hielt sich stattdessen vermehrt auf seinem Anwesen in Rennes-le-Château auf.

Die Behauptung, daß er ein Bauwerk zu errichten wollte, das die ganze Welt in Erstaunen versetzen sollte, wurde von Noël Corbu, der späteren Besitzer des Anwesens, erfunden. Es sei ein Rundwall um das ganze Dorf (im Charakter eines mittelalterlichen Wehrdorfs) und ein auf neun Säulen ruhender, 50 Meter hoher Turm über der Kirche, dem Friedhof, dem Pfarrhaus und dem Pfarrgarten geplant gewesen.

Ableben

Saunière erlitt am 17. Januar einen Schlaganfall. Fünf Tage später starb er, angeblich ohne die letzte Ölung empfangen zu haben. Sein Freund und Beichtvater Abbé Riviere hätte sie ihm verweigert, nachdem Saunière ihm das Geheimnis seines Lebens und seines Reichtums enthüllt hatte. Abbé Riviere soll das Haus im Zustand akuter Melancholie verlassen haben, berichten die Dorfbewohner. Sechs Monate später verfiel Riviere angeblich dem Wahnsinn und starb in einer Nervenheilanstalt. Andere sagen, sie hätten Riviere - auch nach Saunière Tod - als fröhlichen Menschen erlebt.

Er wurde auf der Terasse aufgebahrt. Es kamen viele, um von ihm Abschied zu nehmen. Es heißt, daß Troddeln von der Decke abgeschnitten und mitgenommen wurden. Erstaunlicherweise sollen die Troddeln an den Gewändern merowingischer Könige als heilsbringend gegolten haben. Bei der Behauptung, daß trotz des Krieges bedeutende Persönlichkeiten aus ganz Europa gekommen seien, dürfte es sich um eine der üblichen Übertreibungen handeln.

Dokumente

Philippe de Chérisey gibt an, daß er 1961 davon erfahren habe, daß bei einem Brand alle Dokumente von Saunière vernichtet worden seien. Das betrachtete er als günstige Gelegenheit durch eine selbst angefertigte Version (Fälschung) der gefundenen Pergamente der ganzen Geschichte eine neue Wendung zu geben.

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