Rennes-le-Château

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Einleitung

Die Geschichte der Geheimnisse, die sich um das kleine Dorf Rennes-le-Château in Südfrankreich ranken, hat eine kaum noch übersehbare Zahl von Büchern, Videodokumentationen und Fernsehsendungen, aber auch unzähligen Web-Sites, Foren und Blogs inspiriert. Nur in ganz seltensten Fällen wird dabei eine Entmystifizierung versucht, sondern ganz im Gegenteil, meist wird die mystische Geschichte weiter ausgesponnen und mit immer neuen Elementen verknüpft (von angereichert kann man kaum sprechen). Zu den später dazugekommenen Elementen gehören u.a. der Gral, die Templer, die Abstammung von Jesus, geomantische Strukturen bis hin zu UFOs, die in der Gegend gesichtet wurden.

Auch scheinbar kritische Darstellungen verfolgen oft nur die Absicht, mit einer Analyse der vorliegenden Darstellungen die bisherigen Thesen zu diskreditieren und eine eigene, in der Regel noch abstrusere, These vorzulegen.

Ein Auswahl von Darstellungen im Internet und mehr zum Mythos

Die Gemeinde

Der Ort liegt auf einer Anhöhe etwa 60 km südlich von Carcassonne und ist nur über eine steile Zufahrt von Couiza aus mit dem Auto zu erreichen.

Inzwischen hat die Gemeinde das Anwesen des geheimnisumwitterten Pfarrers Sauniére gekauft und entwickelt das Gelände zur touristischen Attraktion. Obwohl gerade sie ein elementares Interesse an Publicity haben müßte, wiegelt gerade der Bürgermeister ab und versucht den überbordenden Mysterienkult zu begrenzen.

Ein wenig hängt sie sich an den Kult an,und empfiehlt eine Wanderroute (als PDF), die Abbe Sauniere häufig gegangen sein soll und wo er möglicherweise auf sein Geheimnis gestoßen sein könnte.

Leider gehört die Web-Site http://www.rennes-le-chateau.de/ nicht der Gemeinde, sondern ist im Besitz einer Werbefirma.

Nutznießer

Wer verdient an der Geschichte?

Die Geschichte

Die unzähligen Varianten und Ergänzungen der Geschichte sind in zahllosen Büchern dargestellt worden und können auch im Internet verfolgt werden (Auswahl an Web-Sites, weder vollständig noch repräsentativ)

Ausgangspunkt ist der Dorfpfarrer Saunière, Bérenger, der Ende des 19. Jahrhunderts einen für einen Landpfarrer ungewöhlichen Reichtum zur Schau stellte. Er ließ ein feudales Anwesen mit einem komfortablen Wohnhaus, Gartenanlagen, Terassen und eigener Kapelle bauen. Er soll das Geheimnis seines Reichtums seiner Vertrauten und Haushälterin Marie Dénarnaud anvertraut haben, die nach dem Tod von Saunière im Jahr 1917 weiter dort wohnen blieb. Erst 1945 sah sie sich aufgrund eines akuten Geldmangels gezwungen an Noël Corbu zu verkaufen, der das Anwesen auf Grundlage einer Leibrente übernahm und zu einem Hotel mit Restaurant umbaute. Er setzte die Geschichte von dem Schatz, den der Dorfpfarrer gefunden haben soll, in Umlauf, die dann durch Autoren, wie Charroux und Gérard de Sède einem größeren Publikum bekannt wurde.

Zu den einzelnen Personen http://members.aol.com/renneschateau/pers.htm

französisch http://rennes-le-chateau-bs.com/AProtagonistesnoelcorbu.htm

Bérenger Saunière

Geboren am 11. April 1852 in Montazels. Saunière wird im Juni 1879 zum Priester geweiht und tritt am 1.6.1885 sein Amt als Pfarrer von Rennes le Château an. Er wird am 4. Oktober 1885 von der Präfektur suspendiert. Im Juli 1886 Rückkehr als Pfarrer der Gemeinde. Sein Gehalt beträgt 150-200 Franc in Gold. Im Mai 1890 bekommt er neben Rennes auch noch Antugnac als Pfarrei zugewiesen, wo er jeden Sonntag eine Messe hält. 1897 hat er die Kirche nach Abschluss der Umbauarbeiten in Anwesenheit von Monseigneur Billard eingeweiht. Die Kosten der Restaurationsarbeiten an der Kirche sollen etwa 500.000 Euro betragen haben.

Im Jahr 1900 kauft er die Gründstücke, die an die Kirche angrenzen und in den Folgejahren bis 1905 weitere in der Umgebung (zusammen 6 Grundstücke auf den Namen seiner Haushälterin) und beginnt mit seinen privaten Bauarbeiten. Die Bauarbeiten dauern bis 1909. Sein aufwändiger Lebensstil wird Sauniere zum Verhängnis. Er wird vom Bischof des verbotenen Messehandels angeklagt und nach Coustouges versetzt. Saunière weigert sich und tritt zurück. Vermutlich hat er danach sein Pfarramt nicht wieder angetreten.

Am 17.1.1917 erleidet Saunière am Eingang zum Turm einen Herzinfarkt und wird dort wenig später von seiner Haushälterin gefunden. Nur 2 Tage später stirbt er und wird auf dem kleinen Friedhof von Rennes beerdigt. Er hat bis dahin mehrere Millionen Euro ausgegeben. Bei der Testamenteröffnung stellt man fest, dass Saunière nichts besitzt. Er hat alles schon vorher seiner Haushälterin vermacht. Quelle


Nach neuesten Meldungen haben die Verwandten von Sauniére selbst auf das Erbe verzichtet. Das Anwesen fiel dann an die Familie seiner Haushälterin, die dort 30 Jahre gelebt hat. Ihr Vater war als Gärtner angestellt gewesen.

mehr dazu

Marie Dénarnaud (1917 - 1945?)

Marie Dénarnaud in jugendlichen Jahren

Marie Dénarnaud hat weiter im Pfarrhaus gewohnt. Sie verfügte offenbar über ausreichend Geld.

Erst nach 1945, als die französische Regierung eine Währungsreform durchführte, hätte sie nachweisen müssen, wo ihr Geld herkam. Da sie dazu nicht bereit war, mußte sie das Anwesen verkaufen.

Zur Übernahme des Grundstück]

Noël Corbu (1945? - 1965)

27. April 1912 - 20. Mai 1968

In vielen Berufen hat sich Noël Corbu versucht

Noël Corbu hat das Anwesen von Bérenger Saunière, mit der von ihm gebauten, aber nie benutzte Villa Bethania von dessen Haushälterin und zur Alleinerbin eingesetzten Marie Dénarnaud gekauft und zum Hotel mit Restaurant 'La Tour' umgebaut. Es könnte auch eine Übernahme auf der Grundlage einer Leibrente gewesen sein. Marie Dénarnaud soll versprochen haben, ihm vor ihrem Tod ein großes Geheimnis zu verraten. Sie war aber aufgrund eines Schlaganfalls nicht mehr in der Lage zu sprechen.

Schon 1956 war in der Lokalpresse seine Geschichte zu finden, daß Abbé Sauniére den Schatz der Blanche de Castille, der Gattin des französischen König Ludwig VIII (1188-1252) gefunden habe. Er hat auch ein Tonband besprochen, das vor den Gästen abgespielt wurde.

Die Geschichte war von Robert Charroux, einem vielgelesenen Autor von Phantasiegeschichten, in seinem Buch Trésor du Monde abgedruckt worden. Das Buch soll 1962 erschienen sein. Dieser Text wurde später von Philippe de Chérisey 1966 der französichen Nationalbibliothek mit dem Autor "Antoine l'Ermite" als Teil der Dosiers secrets untergeschoben und wurde von vielen für bare Münze genommen.

Corbu hat 1965 eine Broschüre mit dem Titel Histoire de Rennes-le-Château veröffentlicht. Die Geschichte erwies sich als so erfolgreich, daß die Gemeinde 1965 den einströmenden Schatzgräbern das wilde Graben untersagen mußte.

Philippe de Chérisey hat im April 1965 vermutlich im Hotel gewohnt.

Noël Corbu hat das Hotel 1965 an Henri Buthion verkauft, der es dann knapp 30 Jahre betrieben hat. Grund für den Verkauf scheint die Sprengung eines Schatzsuchers gewesen zu sein, der das halbe Dorf in die Luft gejagt haben soll.

Corbu kam bei einem Autounfall am 20. Mai 1968 bei Prouilhe ums Leben.

Henri Buthion (1965 -1993)

Der Esoteriker und Ufologe Henri Buthion bewohnte fast 30 Jahre die Villa Bethania

Angesichts der Unmenge an Information zu allen möglichen Details ist es schon seltsam, daß es zu Henri Buthion kaum etwas Greifbares gibt. Dabei war er es, der nicht nur das allergrößte kommerzielle Interesse an der Geschichte haben mußte, sondern der auch aufgrund seiner Vergangenheit im Kontakt zu esoterischen Kreisen stand. Überdies bezeichnete er sich selbst als 'Ufologen' und ein anderer Akteur Jean de Rignies will in den 80er Jahren in der Nähe einen unterirdischen Hangar für Ufos entdeckt haben.

Buthion war Besitzer des von Bérenger Saunière gebauten Anwesens von 1965 bis 1993. Er hatte den von Noël Corbu zu einem Hotel umgebaute Komplex übernommen und weiterbetrieben, was aber geschäftlich kein großer Erfolg war. Es war aber die Phase, in der Gérard de Sède auf die Geschichte aufmerksam wurde, die ersten Bücher dazu veröffentlichte und andere Medien aus der Hauptstadt aufmerksam wurden. Noel Corbu hatte es nur in die Provinzzeitung geschafft.

Er grub einen 8 m tiefen Schacht im Tour Magdala, den er wieder zubetonieren mußte, da es zu Rissen im Mauerwerk kam. Geschäftlich war er wenig erfolgreich, obwohl sich im Hotel eine bunte Mischung aus Esoterikern und Ufologen traf. Buthion selbst gilt als Ufologe.

Am Ende schloß er sich im Haus ohne Wasser und Strom ein, bis es zur Zwangsversteigerung kam. Mit dem restlichen Geld ging er nach Paris, wo er 2002 starb.

Von Buthion heißt es, daß er sich in Lyon in der "sich in der Hotelbranche versucht" hatte und dort von der Geschichte gelesen hätte.

Ein sehr persönlicher Bericht über | Henri Buthion

Jean-Luc Robin (1994 - 2002)

Robin, Jean-Luc betrieb das Hotel anscheinend von 1994 an bis 2002. Er hat auch Bücher über die üblichen Themen verfaßt.

Gemeinde (2002 - )

Die Gemeinde hat das Anwesen übernommen und investiert in die Pflege.

Gérard de Sède

Der Journalist und Buchautor Gérard de Sède hat eine Schlüsselrolle in der letzten Phase der Geschichte Der Auslöser für das bis heute anhaltende Interesse war nachweislich das Buch L'Or de Rennes ou la vie insolite de Bérenger Saunière, curé de Rennes-le-Château aus dem Jahr 1967, das von Sophie und Gérard de Sède gemeinsam geschrieben wurde. Die Motivation für die Beschäftigung mit diesem Thema ergibt sich aus seiner Biografie.

1969 ist das Buch dem britischen Journalisten Henry Lincoln, der Kontakte zur BBC hatte, in die Hände gefallen. 1970 sendete die BBC eine erste "Dokumentation" über Rennes-le-Château, Abbé Saunière und den Heiligen Gral. Aber erst 1982 erscheint die nunmehr kräftig ausgeschmückte Geschichte als Buch unter dem Titel The Holy Blood and the Holy Grail (deutsch: "Der heilige Gral und seine Erben").

Gérard de Sède hat eine Reihe Bücher zum selben Thema veröffentlicht, die aber bislang kaum wahrgenommen wurden.

1989 legte er sein letztes Buch Rennes-le-Château. Le dossier, les impostures, les phantasmes, les hypothèses dazu vor.

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