Roland Plocher
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Roland Plocher war in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts möglicherweise der populärste unter den lebenden Wasserforschern und konnte mehrfach im Fernsehen auftreten. In Österreich hat Grander eine vergleichbare Popularität erreicht, verwendet aber ein anderes Prinzip.
Von den Medien wurden Meldungen aufgegriffen, dass er in der Lage sei, verschmutzte Gewässer zu reinigen. Dies sei mittels versenkter Kunststoffrohre, die in der Lage seien Information auf das Wasser zu übertragen, geschehen.
Er behauptet u.a., ein von ihm angebotenes Pulver zur Behandlung von Gülle (das sich allerdings als schlichtes Gesteinsmehl herausgestellt haben soll) habe durch einen - auf Außenstehende geheimnisvoll erscheinenden - Prozess, der es mit "Information" versieht, eine positive Auswirkung auf Gülle. Praktikern aus der Landwirtschaft ist nicht unbekannt, dass Gesteinsmehl zur Güllebehandlung verwendet werden kann. Trotzdem zahlt die treue Kundschaft Plochers unter den Bauern im Allgäu, anscheinend gern den deutlichen höheren Preis (im Vergleich zu üblichem Gesteinsmehl) für Plochers Produkt.
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Der Vater des informierten Wassers
Möglicherweise gebührt Roland Plocher der Ruhm, als erster die mittlerweile als esoterisches Erklärungsmuster weit verbreitete These vom informierten Wasser in die Welt gesetzt zu haben. Er hat Dutzende von Nachahmern gefunden, die optisch ganz ähnliche Geräte anbieten.
Kennzeichnend für Roland Plocher ist, dass das Wasser nicht in Kontakt mit der geheimnisvollen Masse kommt. Ein versiegelter Kasten wird einfach an die Wasserleitung angeschlossen. Eine Zulassung nach DVGW ist damit entbehrlich.
Er hat, wie üblich, ein System von Zwischenhändlern und Gebietsvertretern aufgebaut, die teilweise sehr rührig waren und kleine Gemeinden zum Kauf animieren konnten.
Plocher heute
Die Produkte nach Roland Plocher werden heute auch zeitgemäß über eine Web-Shop vertrieben:
- http://www.plocher.de/
- http://www.energie-materie.de/html/plocher_energiesystem.html
- http://www.hotfrog.de/Firmen/Plocher-Vertriebs-GmbH_824112 fürs Aquarium
Unter dem Markennamen penergetic findet sich ein Unternehmen mit internationalen Kontakten.
Aus der Angebotsliste:
- AquaKat zur Wasserbelebung
- auch als Taschenausgabe zum Mitnehmen.
- unter Wellness findet sich ein
breites Angebot
- Kosmetik und Creme >> natürliche Pflege-Produkte
- rustikale Untersetzer für Lebensmittel >> für mehr Geschmack und Genuss der Nahrung
- Seiden- und Baumwolltücher >> für das persönliche Wohlbefinden
- Silicea Pulver und Silicea Drops >> Stärkung von Innen
und für den Landmann
- das Güllepulver
Hintergrund
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| Heilkraft aus dem Weltall? Auf der Suche nach Orgon
von Martin Steinhoff, ein Feature des NDR (ca. 44 min.) Erstsendung: 5. November 1995 für das Internet bearbeitet von Jürgen Fischer (Bild: Titel) Ausgangspunkt des Films sind die teilweise spektakulären Erfolge, die Roland Plocher aus Meersburg mit "informierten" Produkten hat, die als Heilmittel, in der Landwirtschaft, als Güllezusatz oder zur Revitalisierung kleinerer Gewässer eingesetzt werden. Über die wissenschaftlichen und technischen Hintergründe des Verfahrens, mit dem Herr Plocher arbeitet, ist jedoch nichts zu erfahren. Auf der Suche nach diesen Hintergründen trifft der Autor des Films immer wieder auf die Begriffe "Wilhelm Reich", "Orgon" und "Orgon-Akkumulator". Offensichtlich scheinen hier Erklärungen für das Phänomen "Plocher-Information" zu liegen. Quelle: http://www.orgon.de/suche.htm | |
Er deutete vage an, dass er sich auf Wilhelm Reich und das von ihm entdeckte Orgon beziehen würde.
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| Der AquaKat ist ein physikalisches Wasservitalisationsgerät, welches als eine Art Signalgeber (Katalysator) funktioniert.
Der AquaKat besteht aus zwei Komponenten. Zum einen aus dem Gehäuse aus Edelstahl und zum anderen aus dem aufgeladenen Innenteil. Funktion des AquaKat Der AquaKat leitet das zuvor aufgeladene Frequenzmuster an das Wasser weiter. Das vorbeifliessende Wasser tritt in Resonanz und verändert sein Molekularverhalten hin zu quellwassertypischen Eigenschaften. Die Auswirkungen sind erkennbar in einem veränderten Kristallisationsverhalten (Ablösen von Verkalkungen), einem höheren Absorptions- vermögen (Löseverhalten) bis hin zur Geschmacksverbesserung. | |
Die folgende Erläuterung, gefunden bei einem Web-Shop ist auch nicht gerade erhellend.
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| Die ROLAND PLOCHER™Technology benötigt keine elektrische, magnetische, chemische, thermische oder radioaktive Energie, sondern arbeitet mit natürlichen Schwingungsimpulsen - analog der Ionenstrahl Dotierung.
Die Ergebnisse sind reproduzierbar und teilweise mit herkömmlichen naturwissenschaftlichen Messmethoden nachweisbar. | |
Bemerkenswert ist, dass die Wirkungen ausnahmsweise reproduzierbar und messbar sein sollen. Belege dafür wurden aber nicht genannt.
Kritik und wissenschaftliche Überprüfung
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| Darüber hinaus verweist die Plocher GmbH auf „beeindruckende Ergebnisse“ aus wissenschaftlichen Studien und Diplomarbeiten, gibt aber zu dieser Behauptung keine Quellen an. Eine Internet-Recherche führte zu keiner dieser Quellen, aber zu fünf Untersuchungen von landwirtschaftlichen Forschungsinstituten, die Penac in ihren Tests eingesetzt hatten. Eine Wirkung wurde in keinem Fall nachgewiesen. | |
Zitat aus einem Beitrag zum Pulver aus: Skeptiker SKEPTIKER - 14 _ 1/01, S. 35, GWUP
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| P L O C H E R ' s c h e R o s i n e n p i c k e r e i ?
Über esoterische Verfahren der Wasser- und Güllebehandlung war in den RUNDBR. 337/3, 321/3, 317/3 berichtet worden. Die maßgebliche Firma auf diesem Gebiet - die stark expandierende Firma von ROLAND PLOCHER - berichtet in einer eigenen Zeitung, dem "Plocher-Energie-Report", über die Fortschritte bei der "feinstofflichen" Behandlung von Wasser und Gülle. In der Ausgabe Nr. 3 wird auf eine Diplomarbeit von HUBERT KAMMERER verwiesen, die angeblich zweifelsfrei die Wirksamkeit der PLOCHER-Präparate bestätigt haben soll. Allerdings rechnen die PLOCHER-Redakteure wohl nicht damit, dass sich jemand die Arbeit macht, die an der Uni Hohenheim erstellte Diplomarbeit nachzulesen. Wir haben uns die Mühe gemacht, uns die Arbeit zu beschaffen und mit der Darstellung im "Plocher-Energie-Report" zu vergleichen. Ergebnis: Im "Plocher-Energie-Report" werden die Ergebnisse der Dipl.-Arbeit deutlich geschönt: Während bei praktisch allen Untersuchungen in der Dipl.-Arbeit höchst widersprüchliche Ergebnisse festgestellt worden sind, fabuliert der "Plocher-Energie-Report", von "überzeugende(n) Ergebnissen". Beispiel: In der Dipl.-Arbeit wird u.a. festgestellt: "Die auf Keimzahlen untersuchten Proben wiesen in der Tendenz auf eine geringere Gesamtbelastung des Flüssigmistes hin, bei Escherichia coli und den Fäkalstreptokokken aber stieg die Anzahl der Keime an. Um hierzu eine sichere Aussage treffen zu können wären noch weit umfangreichere Untersuchungen notwendig." Der "Plocher-Energie-Report" verkürzt diese differenzierte Darstellung zu folgender Aussage: "Bei der Untersuchung der Keimzahlen wiesen die PENAG-G-Gülleproben eine geringere Belastung auf." Ähnlich schiefe Verkürzungen lassen sich auch bei einer Reihe anderer Erfolgsmeldungen des "Plocher-Energie-Reports" nachweisen. Der "Plocher-Energie-Report" stellt seine sehr freie Interpretation der Dipl.-Arbeit unter die Überschrift "Wissenschaftliche Bestätigung für PENAC-G". Dagegen kommt HUBERT KAMMERER zu einer deutlich vorsichtigeren Schlussfolgerung: "Fazit der bisherigen Untersuchung ist, dass es nicht ausreicht, die Wirkung nur in einer kleinen Grundgesamtheit zu überprüfen, da hier der Anteil betriebsspezifischer Einflüsse nicht klar genug herausgestellt werden kann. Außerdem sollten bei künftigen weiterführenden Untersuchungen in jedem Fall die Veränderungen der Mikrobenflora kontinuierlich beobachtet werden. Weiterhin müssten, trotz der skeptischen Haltung des Herstellers, die Wirkungen in wiederholbaren, an das Zusatzmittel spezifisch angepassten Laborversuchen bzw. halbtechnischen Versuchen erneut geprüft werden."
Zu den zuvor zitierten Schlussfolgerungen der KAMMERERschen Dipl.-Arbeit würden wir hinzufügen: In der Dipl.-Arbeit wurde im wesentlichen das "Grundrauschen" (die "betriebsspezifischen Einflüsse") festgestellt. Zudem wurden zu wenig Versuche mit "normalem" Quarzmehl im Vergleich zu "informiertem" Quarzmehl durchgeführt. Schließlich behaupten die Vertreiber "reiner" Gesteinsmehle seit Jahren die gleichen Effekte, wie jetzt neuerdings die Apologeten von "informierten" Gesteinsmehlen. Ferner war die Zahl der Untersuchungen viel zu gering ("kleine Grundgesamtheit"), um angesichts eines sehr hohen "Grundrausch-Pegels" zu statistisch abgesicherten Aussagen kommen zu können. Und dass der "Plocher-Energie-Report" sich nur die Stellen aus der Dipl.-Arbeit herausgesucht hat, die PENAC-G in einem günstigen Licht erscheinen lassen, könnte man auch als Manipulation der LeserInnen bezeichnen, die sich nicht die Arbeit machen, die Dipl.-Arbeit selbst durchzuackern.
In der DEUTSCHEN LANDWIRTSCHAFTS-ZEITUNG (dlz) 6/95 findet sich der Aufsatz "Güllezusätze - mehr als gute Geister?" (S.64-68). Berichtet wird über eine Testreihe der Lehr- und Versuchsanstalt für Grünlandwirtschaft (LVVG) in Aulendorf. Gestestet wurden verschiedene Güllezusatzmittel, u.a. auch "PENAC G" und "Bio-Aktiv-Pulver". Die Ergebnisse der Testreihen waren sehr widersprüchlich. Die Effekte der beiden mit "positiver Sauerstoffinformation" modulierten Quarz- bzw. Kreidepulverpräparate werden u.a. darauf zurückgeführt, dass diese zu Puder gemahlenen Gesteine die innere Oberfläche der Gülle vergrößern und damit Besiedlungsfläche für Mikroben bieten. Dass nicht nur bei diesem Versuch, sondern auch in der Praxis vieler Landwirte, sehr unterschiedliche Effekte beobachtet werden, wird folgendermaßen erklärt: "Die biochemischen Umbauprozesse in der Gülle sind in der Regel, bedingt durch die Gülle selbst, sehr schlecht steuerbar. Die Gülle ist ein komplexes Substrat mit von Fall zu Fall sehr stark schwankenden Inhaltsstoffen, mit Unterschieden in Art und Stärke des Mikrobenbesatzes, bei der Temperatur und beim pH-Wert. Die Unterschiede bei Tierart, Fütterung, Stallverhältnissen und Lagerungsbedingungen wirken einer gezielten Steuerung der Umsetzungsprozesse in der Gülle entgegen und führen so zwangsläufig zu den unterschiedlichsten Erfahrungen in der Praxis."
Wie bereits im RUNDBR.317/3 erwähnt, hat die Karlsruher Landesanstalt für Umwelt (LfU) an der Oberschwäbischen Seenplatte mit dem "Plocher-Energie-System" experimentiert. Dabei war man bemüht, herauszufinden, welchen Einfluss das "Plocher-Energie-System" auf das Eutrophierungsgeschehen nimmt. Lt. telefonischer Auskunft des Auftraggebers der Untersuchungen - dem Stuttgarter Umweltministerium - konnten die LfU-MitarbeiterInnen keinerlei Effekte feststellen. Ein Bericht über das Messprogramm soll noch vor der Sommerpause veröffentlicht werden. | |
Quelle: Notizen des Arbeitskreis Wasser im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
