Kurt Paehlke

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Kurt Paehlke oder Pählke, (10. November 1875 Kaukehmen - 1945) war ein Sektengründer in den 1920er Jahren in Berlin. Er gehörte zu den zahlreichen okkulten Strömungen, die mit dem Nationalsozialismus sympathisierten bzw. erkennbare Paralellen in ihrer Lehre und bei den verwendeten Symbolen aufweisen.

Einige Elemente seiner Lehre waren wohl von den Schriften des österreichischen Okkultisten Jörg Lanz von Liebenfels übernommen, etwa die Bedeutung der Zirbeldrüse und die Rassenideologie Ariosophie. Liebenfels wird auch von manchen als Ideengeber Hitlers genannt, der möglicherweise die Zeitschrift "Ostara" in Wien gekauft hat und als erste antisemitische Schrift in "Mein Kampf" erwähnt.

Eine Analyse von Paehlkes Aktivitäten in den 1920 er Jahren findet sich in dem Buch

Weishaar und der Geheimbund der Guoten: Ariosophie und Kabbala

von Franz Wegener, Kulturfoerderverein Ruhrgebiet, 2005 - 162 Seiten

Darin werden die rassistischen und antisemitischen Tendenzen ebenso dargestellt, wie das Elitedenken, die den Nationalsozialismus kennzeichnen. Es wird vermutet, daß Himmler davon beeinflußt wurde. Er hat sich 1925 in einem Brief nach Weisshaar und dem Bund der Guten erkundigt. Paehlke soll gegen Hitler an einer Verschwörung beteiligt gewesen sein.

Es ist auch eine ausführliche Biografie erarbeitet worden.

Wie viele dieser Gruppen traf auch Paehlke, der sich das Pseudonym Helge Alarich Weisshaar zugelegt hatte, das Verbot nach der Machtübernahme.

Vorher hatte es auf Gut Sillginnen einen Machtkampf zwischen Paehlke mit Griff zur Waffe gegeben. Paehlke wurde verhaftet und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. 1933 kam er wieder frei und konnte anscheindend relativ unbehelligt mit seiner Gruppe weitermachen, solange das unpolitisch blieb.

Es wird eine Beteiligung an einer Verschwörung verschiedener nationalsozialistischer Gruppen gegen Hitler im Februar 1933 vermutet, wofür er im Juni 1933 er für 7 Monate in Schutzhaft genommen ohne die Gründe zu erfahren wird.

1935 wurde der Bund der Guoten verboten.

Paehlke wurde dann 1937 verhaftet und im Juli 1938 durch das Sondergericht Königsberg/Pr. als "Volksfeind" zu 3 1/2 Jahren Strafhaft verurteilt, die er im Zentralgefängnis Stuhm in Westpreußen absitzen mußte. Er wurde aber nicht entlassen, sondern in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht, wo sich seine Spur nach 1944 verliert.

In den 1920er Jahren hatte er eine Schar von Anhängern (Bund der Guoten), die auf weit über 2000 geschätzt wird. Ein Gönner überließ ihm das Schloss (eher ein Gutshaus) Sillginnen mit 20 ha Park in Ostpreußen. Heute Silgyni in Polen.

Das dürfte Ende der 1920er Jahre gewesen sein, als der Bund der Guoten über 3000 Mitglieder überwiegend in Ostpreußen hatte. 1930 kauft Paehlke das Gutshaus mit 7 ha Land. 1932 kauft er weiteres Land dazu und betreibt mit seinen Söhnen einen landwirtschaftlichen Betrieb


Es soll beim Verbot des Bundes der Guoten enteignet und von der NSDAP als Kreisführerschule benutzt worden sein. Ab 1937 wurde es als Altersheim genutzt. Seit einer Gasexplosion 1970 ist das Gebäude nicht mehr bewohnbar.

In Berlin betrieb Paehlke ab 1913 ein literarisches Büro, das Institut für Psychologie "Uranus" als kostenpflichtigen Horoskope erstellte, mit denen Kandidaten auf ihre Tauglichkeit geprüft wurden.

Foto [img:http://kristlicher-glaubenskreis.de/lehre/wer_war_weishaar/h.a.weishaar.jpg]

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