Kristallschädel

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Kristallschädel sind aus Bergkristall oder anderen Halbedelsteinen hergestellte Nachbildungen menschlicher Schädel mit einer Größe von wenigen Zentimetern bis zur Lebensgröße (und dann bis zu mehreren Kilo Gewicht), um die sich sich viele Legenden ranken.

In der Esoterik wird vielfach behauptet, die Kristallschädel seien von mittel- oder südamerikanischen Hochkulturen, wie z.B. Inka, Maya oder Azteken hergestellt worden oder stammten ursprünglich aus Atlantis bzw. seien außerirdischen Ursprungs. Ebenso werden ihnen hier außergewöhnliche physikalische bis hin zu übernatürlichen Eigenschaften zugeschrieben. Man vermutet z.B. in ihnen eine Art holographischen Wissensspeicher, der, wenn man 13 von ihnen zusammen an einen Ort bringt, sein uraltes Wissen preisgibt.

Wissenschaftlich lassen sich diese Aussagen jedoch nicht belegen.

Ebenso nicht, dass die Bearbeitung von Bergkristall extrem schwierig sei. Laut der Edelstein-Knigge von Prof. Leopold Rössler hält Bergkristall, wenn er in seiner inneren Struktur klar und rein ist, das heisst, ohne Risse, Sprünge oder fremde Mineraleinschlüsse, bedingt durch seine physikalischen Eigenschaften, die meisten Arbeitsbedingungen standhaft durch. In Europa ist die Bearbeitung von Bergkristall schon seit Jahrhunderten bekannt, wovon z.B. Trinkgefäße aus der Zeit des Barock im Dresdner Grünen Gewölbe zeugen.

Eine genaue zeitliche Einordnung der Schädel ist schwierig, sie kann nur an Hand der Bearbeitungsspuren und eines Vergleichs von Stil und Aussehen geschehen, da sich das Alter von Kristall nicht exakt datieren lässt.


Hewlett-Packard-Untersuchung

Es soll eine 1970 in den Labors des Computerherstellers Hewlett-Packard durchgeführte Untersuchung des Mitchell-Hedges-Kristallschädels geben, die die ihm von Esoterikern zugeschriebenen außergewöhnlichen Eigenschaften bestätigen soll und dementsprechend gern als Beweis ihrer Aussagen angeführt wird. Sie soll ergeben haben, dass

  • der Schädel aus reinem Quarz und gegen die natürliche Achse gearbeitet (was ihn normalerweise in tausende Stücke hätte zerspringen lassen müssen) wurde,
  • er vermutlich erst mit Diamantwerkzeugen grob bearbeitet und anschließend mit einer Mischung aus Sand und Wasser glatt geschliffen wurde,
  • die Arbeitszeit hierfür auf 300 Jahre geschätzt wird.

Ein Zitat eines an dieser Untersuchung beteiligten Forschers soll "Das verdammte Ding dürfte eigentlich gar nicht existieren" gewesen sein.

Seltsam ist in diesem Zusammenhang z.B. aber, dass Bergkristall gar keine besondere Kristallachse besitzt, es daraus folgend auch keine falsche Bearbeitungsrichtung geben kann. Ausserdem dementiert Hewlett-Packard, dass eine solche Untersuchung je stattgefunden habe.

Mitchell-Hedges-Kristallschädel

Die Legende um diesen wohl bekanntesten der Kristallschädel besagt, dass Frederick Mitchell–Hedges' 17-jährige Tochter Anna diesen 1924 bei einer Expedition (auf der er nach Atlantis suchte, esoterische Atlantisgeschichten hatten zu dieser Zeit Hochkunjunktur) in Lubaantan entdeckte. Die ersten Fotos dieses Schädels stammen jedoch erst von 1943. Laut Joe Nickell beweisen Dokumente des Britschen Museums, dass Mitchel-Hedges diesen Schädel 1943 bei einer Sothebys Auktion in London für 400 Pfund ersteigerte (das Britische Museum war damals einer der Mitbieter). 1982 untersuchte Univ. Prof. Dr. Rudolf Distelberger, Direktor der Schatzkammer und weltweit anerkannter Experte für Edelsteinbearbeitung, diesen Schädel und kam aufgrund der Schleiftechnik und der künstlerischen Gestaltung zu dem Ergebnis, dass dieser aller Wahrscheinlichkeit nach im vorigen Jahrhundert in Europa hergestellt wurde. In Frage für die Herstellung solcher Schädel im 19. Jahrhundert käme z.B. Idar-Oberstein, ein wichtiges Zentrum der europäischen Kristallschleiferei.

Londoner Kristallschädel

Dieser dem Mitchell-Hedges-Schädel sehr ähnliche (aber im Gegensatz zu diesem keinen abnehmbaren Unterkiefer besitzende) Schädel wurde angeblich im 19. Jahrhundert in Mexiko entdeckt. Heute ist er in der Welcome Gallery des Britischen Museums ausgestellt. Untersuchungsergebnisse eines Expertenteams des Museums ergaben, dass elektronenmikroskopische Analysen auf der Kristalloberfläche Spuren des Einsatzes von Schleifrädern zeigen, welche in amerikanischen Hochkulturen nicht verwendet wurden, hingegen jedoch wiederum auf eine Herstellung in Europa im 19. Jahrhundert hinweisen.

Handel

Kristallschädel unbekannter Herkunft können im Web Shop (Boutique) des Vereins Les Amis de la Salz in der Nähe von Rennes-le-Château käuflich erworben werden.

Literatur

Kritisch:

Esoterisch:


Quellen und weiterführende Links


Diskussion im forum.grenzwissen.de

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