FAQ:Träume

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Inhaltsverzeichnis

Grundlagen

Was ist das hier?

Dies ist die Sammlung häufig gestellter Fragen ("FAQ") des Forums "Träume" des Forum Grenzwissen. Sie soll dazu dienen, gewisse häufig auftretende Sachverhalte zu klären.

Ich habe von einem Baum/zwei Bäumen/einem Wasserfall/einem Totenkopf/vom Tod meines Kindes/X geträumt. Was bedeutet das?

Diese Frage taucht hier sehr häufig auf. Dummerweise ist der Ansatz in dieser Form recht sinnlos. Es ist wohl kaum möglich, einem Trauminhalt eine stets korrekte "Bedeutung" zuzuordnen. Träume sind ein hoch komplexes Phänomen. Davon auszugehen, man könne "Baum" (oder jedem anderen Begriff) nach Art der Traumlexika eine feste Bedeutung zuordnen (und nicht nur erklären, was man mit "Baum" in unserer Sprache für Vorstellungen verbinden könnte - man merkt schon, hier wirds komplex), ist eine recht unbedarfte Vorstellung.


Schlafen und Träumen

Wozu ist Schlaf überhaupt gut?

Warum wir schlafen, warum wir träumen, wie sich der Schlaf im Lauf der Evolution entwickelt hat, ist noch nicht restlos geklärt. Wir wissen nur, dass sowohl Schlaf wie auch Träume lebenswichtige Funktionen haben. Schlafen dient vermutlich einerseits dem "Energie sparen", das evolutionär gesehen vorteilhaft ist. Andererseits dient Schlaf auch der Erholung, der "Reparatur" des Körpers, sowie nach neuesten Erkenntnissen auch der Informationsverarbeitung: Die im Wachzustand gespeicherten Informationen werden während des Schlafs unter Ausschaltung neuen Inputs von außen reorganisiert, häufig genutzte synaptische Verbindungen verstärkt, ungenutzte eliminiert.

Was sind Träume?

Ein veränderter Bewusstseinszustand, der während des Schlafes auftritt. Der Betroffene erlebt in seinem Schlaf scheinbar Ereignisse und kann sich zum Teil an diese Vorgänge erinnern. Häufig betrifft diese Erinnerung aber nur Träume während des REM-Schlafs und hält nur wenige Minuten nach dem Aufwachen an, da sie nicht oder nur bruchstückhaft in das Langzeitgedächtnis übernommen wird. Die Tradition der Wiedergabe und Deutung von Träumen tritt seit Jahrtausenden und in vielen verschiedenen Kulturen auf.

Was sind Schlafphasen und wie hängt das mit Träumen zusammen?

Der Schlaf lässt sich in zwei Hauptformen unterteilen, den REM-Schlaf (REM von Rapid Eye Movement), der äußerlich an schnellen Augenbewegungen erkennbar ist, und den Non-REM-Schlaf. Letzterer wird wiederum in 4 Formen ("Phasen" - der Name ist etwas unglücklich, da die Reihenfolge durchaus komplex ist) unterteilt, die vom Einschlafen bis zum Tiefschlaf reichen und sich im EEG durch unterschiedliche Frequenzen und Amplituden auszeichnen.

Aus Versuchen im Schlaflabor wissen wir, dass wir sowohl während des REM-Schlafs als auch während des Non-REM-Schlafs träumen. Die Träume beider Schlafformen unterscheiden sich jedoch.

Träume während des REM-Schlafes sind intensiver und häufiger mit negativen Gefühlen und Angst verbunden. Während dieser sind die Amygdalae, paarig angeordnete Hirnbereiche, die eine wichtige Rolle bei der emotionalen Bewertung, dem Wiedererkennen und der Analyse von Situationen und möglichen Gefahren sowie der Entstehung von Angst spielen, sehr aktiv. Man vermutet dahinter eine Art mentales Programm, in dem wir lebensrettende Verhaltensweisen immer wieder trainieren. Dabei wird, wie ein Team um Giulio Tononi zeigen konnte, das Muster der synaptischen Verbindungen, sozusagen die Verkabelung der neuronalen Schaltkreise im Gehirn, so verändert, dass Aufgaben und körperliche Aktionen später im Wachzustand deutlich besser ausgeführt werden. Vor dem Schlafen Gelerntes wird somit im Schlaf optimiert und verfestigt.

Die Träume während des Non-REM-Schlafes sind häufiger mit positiven Gefühlen verbunden. In ihnen kommen mehr angenehme Situationen, Bilder von schönen Orten usw. vor, sie scheinen fantasievoller und verspielter. Während dieser Träume scheinen wir auch - ungestört durch neue Inputs von außen - Problemlösungen zu finden, die uns dann am nächsten Tag als Eingebung / Intuition erscheinen. Versuchspersonen berichten, dass, wenn sie sich vor dem Schlafen vornahmen, im Traum eine Lösung zu finden, dies zum Teil tatsächlich geschah.

Im Traum ist unser logisches Denken ausgeschaltet, deswegen können wir hier oft fliegen, durch Wände gehen, sich Figuren plötzlich in etwas ganz anderes verwandeln, sowie Zeit und Raum sich verändern, vermischen etc.

Der während des Schlafs sowieso schon reduzierte Muskeltonus (Spannungszustand der Muskulatur) sinkt während wir träumen gegen Null, wir sind quasi gelähmt (Schlaflähmung), dies dient als Schutz, damit wir die im Traum vollführten Bewegungen nicht auch real ausführen und uns dabei möglicherweise verletzen.

Im Tierversuch hat man durch Ausschaltung entsprechender Hirnzentren diese Schlaflähmung verhindert. Die Tiere bewegten sich, obwohl sie fest schliefen, genauso koordiniert wie im Wachzustand, Katzen führten z.B. typische Bewegungen des Mäusefangs aus, was darauf schließen lässt, dass sie von solchen Dingen träumten bzw., wie schon oben angesprochen, ihre diesbezüglichen Fertigkeiten trainierten.

Es gibt auch einen Zusammenhang zwischen Depression sowie Angsterkrankungen und REM-Schlaf. Menschen mit diesen Erkrankungen weisen häufigere / intensivere REM-Phasen auf als solche ohne.[1]

Was kann das Schlafverhalten beeinflussen?

Medikamente und Drogen (Alkohol, Kaffee, Zigaretten), körperliche Aktivität, Gedanken, Gewohnheit und vermutlich noch vieles mehr.

Was passiert, wenn jemand nicht schläft?

Zunächst wird er sehr schläfrig. Die meisten Leute schlafen dann früher oder später ein. Der Rekord bei freiwilligem Wachbleiben liegt bei 266 Stunden, etwas mehr als 11 Tagen. Angeblich sind einzelne Menschen bekannt, die die Fähigkeit, zu schlafen, verloren haben. Diese Behauptungen konnten aber meines (basti_79) Wissens nach nie überprüft werden. Als Beispielhaft mag ein Mann gelten, der in Edinborough behandelt wurde: am Ende schlief er doch gelegentlich.

Welche Schwierigkeiten treten bei der Besprechung von Träumen auf?

Meist erinnert man sich nur schlecht an Träume und neigt dazu, Lücken in der Erinnerung im Nachhinein aufzufüllen, den Traum quasi weiterzuerzählen. Diese Erscheinung machen sich manche Psychotherapeuten zunutze, indem sie den Patienten animieren, von seinen Träumen zu erzählen und diese selber zu "deuten". Für die Untersuchung "paranormaler" Träume bedeutet das beispielsweise, dass nur nachweislich unbeeinflusste Träume untersucht werden können. Sollte jemand nach einem Ereignis der Überzeugung sein, er hätte vorher davon geträumt, steht diese Überzeugung beispielsweise auf tönernen Füßen.

Phänomene im Zusammenhang mit Schlaf

Zunächst will ich drei Phänomene beschreiben, die sich äußerlich nur graduell unterscheiden, und die allein oder gemeinsam Auftreten können, und die gelegentlich in hier erwähnten Zusammenhängen eine Rolle zu spielen scheinen.

Das Einschlafzucken - Warum zucken meine Füße manchmal, während ich einschlafe?

Es kommt beim Einschlafen gelegentlich zu einer Zuckung von (einigen oder vielen) Muskeln. Im Englischen spricht man von "Hypnic Jerk", im Deutschen von "Einschlafzuckungen". Oft beschreiben die Betroffenen propriozeptive Reize, etwa zu "fallen" oder zu "stolpern". Dies ist ganz normal, es existiert allerdings auch eine Krankheit namens "Restless Legs Syndrome", bei der Betroffene aufgrund stark zuckender Beine oder Missempfindungen in den Beinen Schwierigkeiten haben, Schlaf zu finden.

Paver Nocturnus - Mein Kind ist neulich völlig verstört aufgewacht und war kurze Zeit nicht ansprechbar. Was ist da passiert?

Diese Erscheinung tritt hauptsächlich (aber nicht nur) bei Kindern und fast immer in der ersten Stunde des Schlafs auf. Der oder die Betroffene schreckt (gelegentlich mit einem Schrei oder einer anderen Lautäußerung) auf und ist eine Zeit (wenige Sekunden bis wenige 10 Sekunden) nicht bei klarem Bewusstsein und deutlich erregt (erscheint erschreckt, verängstigt oder aufgeregt). Manchmal wird der Schlaf unmittelbar fortgesetzt, häufiger schließt sich eine kurze Wachphase an. Meist geht die Erregung äußerst schnell zurück und der oder die Betroffene findet (innerhalb weniger Minuten) wieder Schlaf. Oft besteht keine oder nur schemenhafte Erinnerung an den Vorfall, weshalb viele Schilderungen dieses Phänomens in der dritten Person erfolgen.

Einschlaf- und Aufwach-Halluzinationen - Ich habe mich ins Bett gelegt. Dann hat mich ein UFO entführt.

Der Übergang vom Wachbewusstsein zum Schlaf (und umgekehrt) ist ein komplexer Vorgang. Er lässt sich physiologisch beschreiben, aber (fast) jeder Mensch erfährt ihn auch regelmäßig an sich. Und zu erklären, wie sich nun ein eher abstrakter Vorgang im Körper (beispielsweise die "Aktivierung des Parasympathikus") anfühlt, kann schwierig sein. Fest steht, dass manchmal Traum und Wachbewusstsein gleichzeitig existieren, dass beim Übergang vom oder zum Schlaf Träume als Bestandteil der Realität verstanden werden ("Hypnagoge" und "hypnopompe" Halluzinationen).

Alle drei Phänomene scheinen darauf zu beruhen, dass bei der "Schlaflähmung" irgend etwas anders als sonst läuft.

Die Bedeutung von Träumen

Kann ich in meinen Träumen Kontakt zu Toten/Dämonen/Engeln/Geistern/meinem Wohngenossen aufnehmen?

Anscheinend nicht. Wenn du's trotzdem versuchen magst: viel Spaß. Beachte aber, dass man sich mit solchen Vorstellungen recht leicht selber verarschen ein Bein stellen kann.

Ich kann aber in meinen Träumen Kontakt zu Toten/Dämonen/Engeln/Geistern/meinem Wohngenossen aufnehmen!

Wenn du das allen Ernstes behaupten magst, wirst du dich darauf einlassen müssen, dass wir diese Behauptung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln untersuchen. Lies bitte vorher FAQ:Paranormale Behauptungen.

Aber Träume kommen doch aus dem Unterbewusstsein? Ist da nicht mehr drin als bloßer Naturalismus?

siehe oben.

Ich möchte jetzt aber wirklich wissen, was sich hinter diesem Traum verbirgt.

Mach dir bitte klar, dass jeder Versuch, öffentlich deinen Traum zu deuten, dich dazu bringen wird, durchaus intime Details aus deinem Leben preiszugeben. Wenn du möglicherweise mit Angst und Scham besetzte Themen in aller Öffentlichkeit Diskutieren willst, nur zu. Wenn du alte Trauer wiederbeleben willst, bitte sehr. Sei dir nur im Klaren darüber, was du da von dir verbreitest. Mach dir auch klar, dass Personen aus deinem näheren Umfeld dein Posting lesen und dir zuordnen könnten, und was das für dich bedeuten könnte (wenn beispielsweise deine Freundin dich mit deinem Traum konfrontiert, in dem du von deiner Ex geträumt hast).

Ein Traum kehrt immer wieder und quält mich/Ich hatte einen Albtraum und fühle mich verunsichert/Ich habe von Gott geträumt und will das seitdem jedem mitteilen. Was soll ich tun?

Dies hier ist keine psychologische oder psychiatrische Beratung und sollte auch keine sein. Wenn du dich nicht wohl fühlst oder ungewöhnlich viel schreibst, suche bitte einen Arzt oder einen Therapeuten auf.


Sonstiges Erwähnenswertes

Luzide Träume

Es ist möglich, im Traum Wachbewusstsein zu erlangen, und in den Traum aktiv einzugreifen. Diese Fähigkeit lässt sich trainieren. Gerüchte halber haben Leute beunruhigende, wiederkehrende Träume derart "in den Griff bekommen".

Tipp: Traumtagebuch

Führe ein Tagebuch deiner Träume (derer, an die du dich erinnerst). Lege dazu Papier und Stift am Bett bereit. Du wirst bemerken, dass du dich besser an deine Träume erinnern wirst.

Tipp: Schlafmedizin

Schlafstörungen aller Art (und Krankheiten, die zu solchen führen) können oft medizinisch behandelt werden. Um die Phänomenologie des Schlafes und von Schlafstörungen besser zu verstehen, gibt es inzwischen spezialisierte Mediziner ("Somnologen") und schlafmedizinische Labore. Wenn du Probleme mit deinem Schlaf hast, zuviel, zuwenig oder anormal schläfst, nicht einschlafen kannst, ungewollt einschläfst oder dich im Zusammenhang mit deinem Schlaf von körperlichen Phänomenen (zuckende Beine, Kopfschmerz oder ähnliches) gestört fühlst, wende dich möglichst an Experten.

Schlafwandeln

Quellen und weiterführende Links

  1. Vermehrter REM-Schlaf als Biomarker für Stresserkrankungen entdeckt


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