Ariosophie

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Die von Lenz von Liebenfels übernommene Ideologie war Grundlage des "Bundes der Guoten" von Kurt Paehlke, der sich auch Weishaar genannt hat.

Kritisches vom Rabenclan

Der neuheidnische Rabenclan hat eine dezierte Meinung dazu. In einem Beitrag von Hans Schumacher aus dem Jahr werden nicht nur ausführlich die Geschichte und die Ideologie dargestellt, sondern auch "moderne" Varianten, vor allem den Armanen-Orden kritisch beleuchtet. Er kommt zu der Einschätzung:

Im Kern jedoch ist die Ariosophie eine rassistische Herrschaftsideologie, womöglich die brutalste und widerwärtigste, die es je gab. Von der Rechtfertigung der Greuel der Kolonialzeit durch die Theosophie bis zur Rechtfertigung des Holocausts durch die Ariosophie war es nur ein kleiner Schritt. Modernere Adaptionen können jederzeit mühelos entworfen werden. Wenn man die ideologischen Grundlagen dieser Lehre verstanden hat, kann man jede ihrer Ausprägungen identifizieren.

Und fordert die Neuheiden zum aktiven Kampf gegen diese Ideologie auf.

Ein weiterer informativer Beitrag von Martin Marheinecke zum Armanenorden trägt den Titel Des "listigen Guidos" Erben und geht im 2. Teil auch auf die Ariosophie ein. Es heißt da zur Bedeutung dieser Ideologien:

Hitler war sicherlich kein Okkultist - nachdem er sie nicht mehr brauchte, rückte er von vielen völkisch-esoterischen Gruppen ab und ließ sogar ehemalige Steigbügelhalter wie den "Tannenbergbund" Ludendorfs unterdrücken. Fast alle authentischen Zeitgenossenberichte deuten darauf hin, dass Hitler den Okkultismus und Okkultes ablehnte, ja nicht einmal ernst nahm. Es wäre dennoch falsch, ihn als reinen, eiskalten, letztlich materialistischen Machtmenschen zu sehen, der Mythen nur für seine Zwecke vereinnahmte.

Psiram hat in seinem Beitrag aus dieser Quelle geschöpft und Passagen wörtlich übernommen.

Der Blog des Armanen-Ordens ist seit 2011 nicht mehr aktualisiert worden. Man findet dort Inhaltsangaben der Zeitschrift "Irminsul"

Wildgewordene Einzeltäter

Die Ariosophie gib es heute noch und es gibt eine gemeinsame Website von verschiedenen Gruppen. Diese wollen rund um die Wewelsburg alle Häuser aufkaufen oder sich schenken lassen (Neutemplersiedlung Arierland) und Paderborn zu ersten ariosophischen Großstadt machen. Die Partei Konföderiertes Europa versteht sich als Sammlungsbewegung gegen die EU. Der Europäische Bund kämpft unter dem Banner der Kreuzzüge für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation mit einem Kaiser, versteht sich.

Die Deutsche Phalanx beschreibt sich als dezidiert antikommunistisch und konterrevolutionär.

Das ganze macht allerdings nicht den Eindruck einer massenhaften Bewegung, sondern sieht aus wie das Werk eines isolierten Einzeltäters. Angaben über die Namen von Personen, Sitz oder Zusammenkünfte sind nicht zu finden. Die angegeben Adresse THT23@aol.com ist einem Hans-Gerhard Herzig in Jüterbog zugeordnet. Das scheint plausibel, denn er hat sich 2001 unter DE300707282 die Wortmarke DEUTSCHHERRENORDEN (inzwischen erloschen) gesichert. Und ein Buch geschrieben "Karl Maria Wiligut-Weisthor, der heilige Gral und das Geheimnis der Wewelsburg. [b]Hans Herzig[/b], Books on Demand 2004, ISBN 3-8334-1122-8.D

Geschichte Ariosophie

Ariosophie, die „Weisheit der Arier“, bezeichnet eine Lehre, die den esoterischen Erkenntnisweg der Theosophie mit der Germanenbegeisterung der Romantik (Hainbund, Herder, Grimm) und mit dem Rassedenken des 19. Jahrhunderts verknüpfte. Der ausgeprägte Rassismus der Ariosophie beeinflusste politische Ideologien des 20. Jahrhunderts. Elemente ihrer religiös-okkulten Lehren wie die Runenmagie und die Rekonstruktionen einer Germanenreligion wirken in der modernen Esoterik weiter. [....] Die eigentliche Ariosophie wurde von zwei Wienern geschaffen, dem Journalisten Guido von List (1848 – 1919) und dem ehemaligen Zisterzienser Jörg Lanz von Liebenfels (1874 – 1954, beide Adelstitel sind selbstverliehen). [....] Lists Mitstreiter Jörg Lanz von Liebenfels prägte 1915 den Begriff „Ariosophie“ und entwickelte sein Rassedenken auf biblischer Grundlage. Für ihn war Jesus ein arischer Heerführer und das Christentum die Religion der Rassereinheit. Er gründete 1907 den „Ordo Novi Templi“ und verbreitete seine Ideen jahrzehntelang in der Zeitschrift „Ostara“ (nach der fiktiven germanischen Göttin, der das vermeintlich vorchristliche Osterfest galt). Bei ihm haben nur Arier biologisch die Fähigkeit zur Gotteserkenntnis. Die arische Rasse selbst wird hier zum eigentlichen Gott. Liebenfels propagierte konkrete rassenhygienische Maßnahmen (Zuchtkolonien) und stilisierte sich selbst als den „Mann, der Hitler die Ideen gab“, was aber nicht nachweisbar ist. [....] Ariosophie ist wie die heutige Esoterik ein genuines Kind der Theosophie und zeigt, dass auch scheinbar harmlose naturfromme Spiritualität das Potenzial zu problematischen Ausprägungen hat.

Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen

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